Trotz der schweren Schicksalsschläge erlangte der Kurort immer mehr Ansehen im In- und Ausland. 500 Badegäste kamen am Ende des 19. Jhdts. in den Sommermonaten hier her.
Die Maler der Romantik entdeckten Bad Fusch bald als reizendes Motiv. Deshalb gibt es auch eine Reihe von Kupferstichen und Gemälden des "Fuscherbades" aus dem 19.Jhdt. Zu nennen sind u.a. Georg Pezold, Friedrich Loos, Heinrich Reinhold, Jakob Alt. Auch der bekannte Dichter Hugo von Hofmannsthal besuchte in jungen Jahren mehrmals Bad Fusch.
Neuen Aufschwung erlebte der Ort durch den Bau der Badstraße im Jahre 1893. Eine weitere Modernisierung erfolgte durch die Verbesserung der Quartiere in den beiden Hotels, die Anlage eines Schwimmteiches, einer Kegelsbahn und eines Tennisplatzes. Von Bruck bis Bad Fusch wurde ein Stellwagendienst eingerichtet und im Ort ein Saisonpostamt eröffnet.
Von den elf Heilquellen finden heute noch die Fürstenquelle, die die ergiebigste ist, die Augenquelle und das Leberbründl Beachtung. Sie enthalten nur wenige mineralische Bestandteile, wie Natriumsulfat, Magnesiumkarbonat, Kieselsäure u.a. Sie sind aber reich an natürlicher Kohlensäure und haben eine gleichbleibende Temperatur von ca. 6,2 Grad Celsius. Das Wasser hat eine erfrischende und belebende Wirkung. Es regt den Appetit an, fördert die Verdauung und den Blukreislauf. Auch gegen Frauenleiden wurde den Quellen eine Heilwirkung zugeschrieben. Patienten, deren Beschwerden auf Schwächungen des Nervensystems zurückzuführen sind, fanden hier Linderung oder Heilung ihrer Gebrechen. Trinkkuren, Bäder und die Höhenluft gehörten zur Therapie des Kurarztes.
Bald nach dem Ersten Weltkrieg begann allerdings ein unaufhaltsamer Niedergang. Die ungünstige Verkehrslage und die starke Konkurenz wurden spürbar. Mehrmals wechselten die Besitzer. Brände suchten das Heilbad heim. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Versuch unternommen, den Kurort wieder zu beleben. Leider blieb ein großzügig geplantes Projekt wegen finanzieller Mißgriffe hoffnungslos auf der Strecke. Heute ist der ehemalige Kurort wegen seiner Weltabgeschiedenheit und lieblichen Landschaft ein beliebtes Ausflugsziel.
Gemeinsam bemühen sich nun Besitzer, Gemeinde und Tourismusverband in kleinen Schritten um die Revitalisierung dieses Ortes.